Editorial aus Debatte Nr. 31 – Winter 2014-2015

Syngenta kündigte jüngst einen markanten Stellenabbau in Basel und weltweit an. «Damit muss man umgehen können», sagt der grüne Basler Stadtpräsident Guy Morin dazu. Ein global tätiges Unternehmen müsse halt manchmal restrukturieren. Unser Schwerpunkt geht auf die diversen globalen Standbeine dieses wenig bekannten Schweizer Grosskonzerns ein: Saatgutmonopole, tödliche Pestizide, umweltschädigende GVO. Die unrühmliche Rolle Syngentas bei der Vertreibung der Landbevölkerung in Lateinamerika und ihre Verstrickung im Staatsstreich von 2012 in Paraguay sind ebenfalls Thema.

In einem zweiten Teil geht es um die Rolle von Syngenta beim Sponsoring von Basel an der Weltausstellung in Mailand 2015. Warum hätscheln Bevölkerung, Behörden und rechte wie linke Regierungen die chemische Industrie gleichermassen, fragt unser Dossier? Antworten finden sich unter den Stichworten Standortwettbewerb, sozialer Kompromiss, Klassenallianz.
Weiter wird ausgeführt, wie Syngenta den Kapitalismus in der Landwirtschaft durch eine «grüne Revolution» in Afrika fördern will und was eine solche Konzernpolitik mit Akkumulation durch Enteignung zu tun hat. Dabei zeigt sich, dass der Ausweg der vertriebenen Kleinbäuer_innen des 19. Jahrhunderts in die Emigration der heutigen vertriebenen Landbevölkerung nicht mehr offen steht. Unser spannendes Dossier wurde von der Regionalgruppe Basel von MultiWatch zusammengestellt und verfasst. Wir danken ihr dafür.
Die Redaktion

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