Editorial aus Debatte Nr. 26 – Herbst 2013

Mitte September fand auf dem Bundesplatz in Bern eine neue Ausgabe des Swiss Energy and Climate Summit statt. Mit prominenter Besetzung aus «Wirtschaft & Politik» am Rednerpult, die sich beispielsweise Gedanken machte zum «Wandel der Geschäftsmodelle der Stromwirtschaft». Konzerne und Behörden beginnen, sich mit der sogenannten Energiewende auseinanderzusetzen.

Dabei geht es vor allem darum, neue «Geschäftsmodelle» zu entwerfen. Marktförmige Lösungen für ökologische Probleme sind auch das, was etliche Umweltverbände propagieren. Im illusorischen Bestreben, Unternehmerkreise in die eigene Strategie besser einbeziehen zu können.
Gleichzeitig wird das gigantische Ausmass der Umweltvernutzung immer mehr sichtbar. Im Schwerpunkt dieser Nummer zeichnen wir nach, inwiefern dieser Ressourcenverschleiss für den Kapitalismus funktional ist.
Obwohl ausreichende Mittel vorhanden wären, nimmt die vorherrschende Wirtschaftsweise in Kauf, dass jedes Jahr etwa 8 Millionen Menschen an Unterernährung sterben. Wie soll eine solche Gesellschaft einen sensiblen Umgang mit Natur und Umwelt entwickeln?
Letztlich sind wir alle abhängig von den Naturkreisläufen. Was beispielsweise an Giften in der Umwelt freigesetzt wird, gelangt irgendwann auch in die Menschen. Was uns alle schädigt, wirkt sich jedoch am drastischsten auf die ärmeren Schichten aus, innerhalb der jeweiligen Gesellschaften und im Nord-Süd-Gefälle. Ein «grüner» Kapitalismus kann nicht anders, als weiterhin blind sein für die Klassenlage seiner Opfer.

Die Redaktion

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