Editorial aus Debatte Nr. 23 – Winter 2012

Im Juni 2012 machte ein «Forum Grüne Vernunft» von sich reden. Hinter dieser Bezeichnung, die im Stil einer Bürgerinitiative oder NGO daherkommt, versteckt sich eine Gentechnik-Lobbyorganisation. Dieses «Forum» richtete sich mit einer grossen Anzeige in der Presse an den Erzbischof in Freiburg im Breisgau. Darin wurde eine Unterredung mit dem Erzbischof gefordert und der Kirche indirekt vorgeworfen, für den Tod von Millionen verantwortlich zu sein, indem sie der Gentechnik in der Pflanzenzucht kritisch gegenüber stehe.

So wird versucht, durch Instrumentalisierung der permanenten Hungersnot, die ausser in Zeiten besonderer Krisen gar kein öffentliches Thema mehr ist, das Geschäft der Agromultis weiter anzukurbeln. Jenes profitorientierte Modell der Konzerne, in dem kleinbäuerliche Strukturen keinen Platz mehr haben, hat bereits Millionen Menschen ihrer Lebensgrundlage beraubt. Nun soll auch noch aus der Not dieser Bevölkerungen ein Nutzen gezogen werden, nämlich indem man die Gentechnik als Lösung für das «Hungerproblem» anpreist. Solche an sich schon perversen Mechanismen werden durch die Spekulation mit Nahrungsmitteln nur noch mehr angeheizt.

Das «Forum Grüne Vernunft» beliess es nicht beim Brief an den Erzbischof. Es organisierte sogar eine «Standaktion» vor dem Freiburger Münster. Die Naturschutzorganisation BUND, die das Manöver aufdeckte (siehe http://vorort.bund.net), protestierte vor Ort.
Debatte ist vorläufig als PDF online auf http://debattezeitschriftblog.wordpress.com. Weiterhin greifbar sind die einzelnen Texte der Nummern 1 bis 17 auf debatte.ch. Und: Die aufgenommenen Reden der Veranstaltung zum Friedenskongress vom vergangenen 17. November in Basel finden sich auf: http://gegenkriegbasel.wordpress.com.

Die Redaktion

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