Editorial aus Debatte Nr. 20 – Frühling 2012

Das Gesundheitswesen stellt einer der weni-gen Wachstumsmärkte der Zukunft dar. Kein Zufall, dass private Investoren für die-sen bisher weitgehend marktgeschützten Be-reich enormes Interesse bekunden. Im Zuge der Globalisierung drängt die Vermarktwirt-schaftlichung nicht nur in noch nicht erfasste geographische Räume, sondern auch nach innen, in die Refugien des gesellschaftlichen Lebens.

Diese Ökonomisierung hat das Gesundheits-wesen betriebswirtschaftlichen Normen und privatwirtschaftlichen Arbeitsverhältnissen unterworfen. Gerade öffentliche Krankenhäu-ser sehen sich mit Umwälzungen konfron-tiert, die die Arbeit mit den Patient_innen unter enormen Druck setzen. Pflegeangestellte sprechen vom «überverwalteten Spital», von «brutaler Geschwindigkeit» und von «Fliessbandarbeit».

Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Denn an den neuen Investitionsorten des Ka-pitals werden neue Arbeiter_innenklassen geschaffen und gestärkt. Das Mobilisierungs-potential der Arbeiter_innen des Gesund-heitswesens wächst tatsächlich weltweit. Für uns ist es wichtig, diese Entwicklungen nach-zuverfolgen, denn von ihnen können in Zu-kunft Bewegungen ausgehen, die alle Lohn-abhängige miteinbeziehen werden.

Die Redaktion

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