Editorial aus Debatte Nummer 25 – Sommer 2013

Auf der Frontseite dieser Nummer wird die «Debatte» nicht mehr als «Zeitschrift der Bewegung für den Sozialismus» (BFS) bezeichnet. Unsere Zeitschrift wurde 2002 durch Mitglieder der BFS gegründet, war aber nie als Verlautbarungsorgan oder Parteizeitung gedacht. Die Beziehung zwischen der «Debatte» und der BFS hat verschiedene Phasen durchgemacht. Seit geraumer Zeit ist es zu einer Entfremdung gekommen, der wir nun offen Rechnung tragen. Heute besteht die Redaktion der «Debatte» aus Personen, die in unterschiedlichen politischen Zusammenhängen aktiv sind. Verdiente Mitglieder der Redaktion haben sich zurückgezogen, neue sind hinzugekommen. Einige Redaktionsmitglieder sind aus der BFS ausgetreten, andere sind weiterhin Mitglieder dieser Organisation, manche waren es nie. In der heutigen Krise der Linken erscheint es uns nicht sinnvoll, sich auf die Formalisierung und Verteidigung von Organisationszugehörigkeiten und politischen Identitäten zu versteifen. Die kritische Erneuerung der Linken besteht aus Suchbewegungen, an deren Ende wohl viele heutige Organisationen und Publikationen ihre Daseinsberechtigung verlieren werden, um in «etwas Neuem» aufzugehen. An der Ausrichtung der «Debatte» wollen wir nichts ändern. Die Zeitschrift will Diskussionen in der Linken anregen und dabei auch unbequeme oder kontroverse Fragen ansprechen. Dabei sehen wir uns weiterhin in einer antikapitalistischen Perspektive und wollen auch künftig dazu beitragen, der theoretischen und praktischen Systemkritik neue Anregungen zu geben. Dazu gehören sowohl theoretische Überlegungen als auch Berichte über aktuelle emanzipatorische und antikapitalistische Bewegungen.  Vielleicht erleichtert uns die Klärung, der dieses Editorial gewidmet ist, den Einbezug unterschiedlicher politischer Strömungen und Sensibilitäten. Dann wäre mit diesem Schritt, der einige von uns schmerzt, für die Zukunft etwas gewonnen.

Die Redaktion

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