Nein zur ethnischen Säuberung

EVELYN HECHT GALINSKI
aus Debatte Nummer 4 – März 2008
Evelyn Hecht Galinski ist Tochter von Heinz Galinski, 1988 bis zu seinem Tod 1992 Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Deutschland. Heinz Galinski wurde 1943 von den Nazis als Zwangsarbeiter ins KZ gesteckt. Seine Familie wurde in Auschwitz ermordet.

Die ethnische Säuberung Palästinas ist seit 60 Jahren in vollem Gange. Gerade im Angesicht des Jahres 2008, wo Israel mediengewaltig und mystifizierend verlogen und unkritisch seinen Geburtstag «feiert,. Für diese Feierlichkeiten der Staatsgründung werden Showgrößen wie Barbara Streisand, Paul Mc Cartney, Ringo Starr und viele andere medienträchtig instrumentalisiert.

Angesichts dieser leidenden und unterdrückten Menschen kann und will ich nicht hinnehmen, dass Juden, nach allem, was sie selbst erlitten haben, nicht wahrnehmen wollen, was sie anderen antun. Es gibt keinen Grund, jahrelang begangene Verbrechen feierlich zu begehen. Die Zeit ist gekommen, die Geschichte Israels historisch wahrheitsgemäß aufzuarbeiten.

Israel als Besatzungsmacht verletzt die 4. Genfer Konvention von 1949. Was Israel betreibt, hat einen Namen: Kriegsverbrechen. Für diese Täter und Untaten gibt es nur einen Ort: Das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Die Straffreiheit Israels muss ein Ende haben.

Natürlich verurteile auch ich das Abfeuern von Kassam-Raketen auf Zivilisten. Dies schadet den Palästinensern weit mehr als Israel. Aber die Besatzung ist ein Inbegriff von Gewalt, die Gegengewalt zur Folge hat.

Die völkerrechtswidrige und unmenschliche Blockade Israels gegen den Gazastreifen muss ein sofortiges Ende haben. Deshalb appelliere ich an Sie, also an alle demokratischen Bürger und Bürgerinnen, Mandatsträger jeglicher Funktion, Druck und nochmals Druck auf Israel gegen diese menschenverachtende und gesetzlose Politik auszuüben.

Deswegen sage ich: Nicht in meinem Namen! Sage nicht, du habest nichts gewusst.

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