Editorial aus Debatte Nummer 7 – Dezember 2008

Nun haben wir also wieder mal Krise. Eine dieser Krisen, die sich mit schöner Regelmässigkeit aneinanderreihen. Aber dieses Mal ist es etwas anders, das mussten sogar die Ökonomen der Weltbank erkennen, die auch schon von einer „Human Crisis“ sprechen. Ja, in solchen Krisen wird uns vor Augen geführt, wovon in dieser Welt alles abhängt. Worauf diese Wirtschaft wirklich beruht. Was der innere Zweck dieser Wirtschaft tatsächlich ist. Weder KonsumentInnen befriedigen, Arbeitsplätze schaffen noch den Reichtum aller vergrössern.

Nein, es geht schlicht und einfach nur um Profit. Im normalen Wirtschaftsgebaren werden die wirklichen Ziele dieses kapitalistischen Systems geschickt mit den Wünschen der Lohnabhängigen verwoben. Aber wehe, der Profit ist in Gefahr: Dann stehen die Produktionsbänder still, Kredite werden zurückgezogen, Neuanstellungen verschoben, Bauprojekte eingestellt, Investitionen zurückgestellt und das ganze Wirtschaftssystem kommt zum Erliegen. Die Frage ist: Sind wir schon mitten in der Krise oder erst am Anfang? Welche Industrien werden noch mitgerissen? Wie werden die Lohnabhängigen reagieren? Sozialisierung privater Verluste oder gesellschaftliche Aneignung der Produktionsbedingungen, um den Kapitalismus hinter uns zu lassen? Das steht heute auf dem Spiel, und die Zukunft der Menschheit hängt vom Ausgang des politischen Kampfs um die Antworten auf die aktuelle Krise ab.

Die Redaktion

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