Editorial aus Debatte Nummer 3 – Dezember 2007

Der Schwerpunkt Agrotreibstoffe dieser Nummer soll einen Beitrag zur aktuellen Klimadebatte liefern. Die Scheinlösung dieser Treibstoffe – die keineswegs „Biotreibstoffe“ sind – wird derzeit als neues Investitionsfeld für das transnationale Kapital aufgebaut. Dies auf Kosten der weltweiten Ernährungssicherheit und der Lebensgrundlage von Millionen von Bäuerinnen und Bauern.
Der Schweizer Konzern Syngenta mischt hier kräftig mit. Syngentas Heimatstadt Basel übt sich derweil im Kniefall vor den tonangebenden Agro- und Pharmamultis.
Diese allgemeine Schonung und Unterwürfigkeit vor den Interessen der Konzernherren drückt die realen Kräfteverhältnisse zwischen Kapital und bürgerlichem Staat wohl ziemlich genau aus.
Es wird geschwiegen zu allen Themen, bei welchen Chemie und Pharma eine schlechte Figur machen, gerade auch in Basel: Die Verschmutzung des Basler Trinkwassers durch auslaufende Chemiemülldeponien wird beharrlich abgestritten; der Abbau von Tausenden von Arbeitsplätzen löst Achselzucken aus; unter welchem Leistungsdruck jene Beschäftigten arbeiten müssen, die ihre Stelle noch haben, will man gar nicht wissen; und die Steuerarrangements, von denen die Basler Multis profitieren, sind Staatgeheimnis.
Die radikale Linke ist gefordert, den Finger auf all die wunden Punkte zu legen.

Die Redaktion

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