Editorial aus Debatte Nummer 17 – Sommer 2011

Am 7. Juni berichtet Yoshihiko Ikegami auf der Seite jfissures.wordpress.com über eine neue Volksbewegung in Japan. Es ist weniger ein politisches als ein steigendes wissenschaftliches Bewusstsein, das die Menschen antreibt, sich über die Auswirkungen der Nuklearkatastrophe zu informieren und die radioaktive Strahlung zu messen, der sie im Alltag ausgesetzt sind (zu Hause, im Park, in der Schule).

Yoshihiko schreibt: Weil der Staat und die Medien uns die Wahrheit nicht erzählt haben, waren wir gezwungen, selbst zu forschen. Nicht aus Neugier, sondern um zu überleben. Geholfen haben uns Ärzt_innen und Forscher_innen, die sich seit Jahrzehnten mit den Opfern von Hiroshima und Nagasaki beschäftigen.

Was ist die Bedeutung dieser Bewegung? Sie hilft unzähligen Menschen, ihre Gesundheit zu schützen. Sie trägt wichtige Informationen zusammen, um in fünf, zehn oder 30 Jahren, wenn durch radioaktive Strahlung verursachte Krankheiten ausbrechen, den Staat zu zwingen, diese als solche zu anerkennen und entsprechend zu handeln. Sie bringt viele Menschen dazu, ganz neue Dinge über ihre Umwelt und die Geschichte Japans zu lernen.

Nach der Regenzeit wird die Atomindustrie die japanische Bevölkerung mit Stromausfällen unter Druck setzen, um sie von der Notwendigkeit der Atomenergie zu überzeugen. Die neue Volksbewegung steht vor dieser grossen Herausforderung. Yoshihiko ist optimistisch und hat vor, alles genau zu beobachten, was kommt.

Die Redaktion

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