Editorial aus Debatte Nummer 16 – Frühling 2011

Seit Beginn des Jahres hat die Bevölkerung der arabischen Welt mit eindrücklichen Protesten und Volksaufständen Geschichte geschrieben. Nach dem Sturz der Despoten in Tunesien und Ägypten gehen die Kämpfe in diesen Ländern weiter. Doch die neue arabische Bewegung für Demokratie und soziale Gerechtigkeit erfasst längst nicht mehr nur die nordafrikanische Mittelmeerküste , sondern auch die arabische Halbinsel (Jemen, Oman, Bahrain und sogar Saudi- Arabien).

Die Linke in Europa reagiert mit Begeisterung, aber auch etwas ratlos auf die Ereignisse. Zwar wurde der anti-islamische Rassismus oft kritisiert. Aber wer hat schon Anstösse für den «Sozialismus des 21. Jahrhunderts» aus dieser Region erwartet? Das Interesse konzentrierte sich seit langem auf die Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung. Plötzlich erscheint nun Ägypten als Symbol für die Kämpfe von heute und morgen auf der ganzen Welt.

Die westlichen Regierungen suchen geordnete Übergänge in den Ländern, in denen sich ihre langjährigen Verbündeten nicht mehr an der Macht halten können. Das ist das Hauptziel aller politischen (und allenfalls militärischen) Interventionen. Dagegen setzen wir auf die Fähigkeit der Menschen in der arabischen Welt, selbst gegen brutale Repression ihre Rechte zu erkämpfen. Diesem Kampf, von dem wir viel für die Zukunft lernen können, gilt unsere uneingeschränkte Solidarität.

Die Redaktion

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