Editorial aus Debatte Nummer 12 – März 2010

Der Klimagipfel von Kopenhagen sei gescheitert, hören wir. Gescheitert ist auch der Handel mit Verschmutzungsrechten, genannt «Emissionshandel», der seit 2005 den Ausstoss von CO2 in der EU senken soll.

Den umweltschädlichsten Industrien wurden Zertifikate, also das Recht zum Ausstoss einer bestimmten Menge Kohlendioxid, geschenkt. Bei Nichtausschöpfung dürfen die Unternehmen diese Emissionsrechte verkaufen. Nun wurden für 2007 circa 8 Prozent Emissionsrechte zuviel vergeben. Der Preis der Tonne CO2 tendierte phasenweise gegen null. Länder die ihre Quote infolge industrieller Zerrüttung nicht nutzten (ehemaliger Ostblock), durften ihre Rechte weiterverkaufen und somit die Emissionen in anderen Ländern erhöhen helfen – eine neoliberale Perversität.

Statt Emissionen zu senken, können Firmen ihren CO2- Ausstoss auch im Ausland «kompensieren». Also Projekte in südlichen Ländern finanzieren, die neue Emissionen verhindern, welche sonst angeblich entstanden wären. Von den Firmen, die solche neokolonialen Projekte auf ihre formelle Berechtigung hin prüfen, wurden mehrere vorübergehend wegen unseriöser Geschäftspraxis gesperrt, darunter die prestigeträchtige Schweizer Société Générale de Surveillance. – Dass die ganze Klimadiskussion eigentlich nur die Folge von massivsten Eingriffen der industriellen Zivilisation in die natürlichen Kreisläufe ist, davon spricht fast niemand. José Manuel Naredo liefert in dieser Debatte-Nummer grundlegende Fakten zum Thema.

Die Redaktion

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