Editorial aus Debatte Nummer 11 – Dezember 2009

In ganz Europa ist es diesen Herbst zu über 80 Universitätsbesetzungen gekommen, Hunderttausende Studierende waren auf der Strasse. Diese Proteste waren in ihrem Ausmass und der Entschlossenheit der Beteiligten für viele überraschend. Auch AktivistInnen der BFS haben an vielen Universitäten vor Ort mitgearbeitet. In dieser Debatte wollen wir eine erste Reflexion dieser Proteste durchführen. Wir wollen beleuchten, welche Absichten und Motivationen hinter den Protesten stehen, was wir daraus lernen können und wie sich die Bewegung weiter entwickeln könnte.

Es ist kein Zufall, dass die Proteste mitten in eine grosse Wirtschaftskrise fallen. In Berkeley (Kalifornien), wo derzeit massive Proteste im Gange sind, beziehen sich die Studierenden direkt auf die Krise, in Zürich sollen wegen der Krise die Studiengebühren verdoppelt werden. Spätestens seit den Milliardensubventionen für marode Banken in aller Welt ist das Argument der leeren Kassen – mit dem auch das Bildungswesen ständig torpediert wird – in seiner ganzen Lächerlichkeit entlarvt worden.

Der Kapitalismus als scheinbar unumstössliches System, das uns prosperierenden Fortschritt bringt, hat durch die Wirtschaftskrise wohl grösseren Schaden genommen als auf den ersten Blick anzunehmen war. Tragen wir den Widerstand weiter und über die Universitäten hinaus!

Die Redaktion

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